Die Geschichte vom Tennis-Club Katzenfurt 1970 e.V.

50 Jahre sind eine gute Zeit, sich einmal an die Anfänge und die Entwicklung des Vereins zu erinnern.

Im Jahre 1970 fand sich in Katzenfurt eine kleine Gruppe zusammen, die gerne Tennis spielen wollte. Der Anschluss an einen großen Verein war allerdings mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, und so entstand der Gedanke, ob es nicht besser sei, einen eigenen Verein zu gründen.

Am 02. März 1970 war es dann soweit, in einer Privatwohnung wurde der Verein von

Gegründet als „Tennis-Club Katzenfurt 1970“. Herbert Backhaus übernahm den Vorsitz, eine Satzung und eine Clubordnung entstanden in den folgenden Wochen.

Der Anfang war schwierig, es stand kein Gelände zur Verfügung, von einer Unterkunft mit Umkleideräumen, Duschen, Toiletten etc. ganz zu schweigen. Übungsmöglichkeiten bestanden jedoch – wenn auch in beschränktem Umfang – in der Sporthalle der Chattenbergschule und auf deren Hartplatz.

Als gemeinnützigen Zwecken dienend wurde der Verein am 19.März 1970 anerkannt, die Aufnahme in den Landesportbund erfolgte am 17. August 1970. Am 1. September 1970 wurde der Verein in das Vereinsregister des Amtsgerichts Wetzlar eingetragen, am gleichen Tag wurden wir Mitglied im Hessischen Tennisverband.

Nach langer Suche konnte der Verein das Gelände am Hang „Auf dem Galgenberg“ erwerben (rd. 6000qm), zurzeit eine große Brache mit Ginster- und Dornbüschen, aber mit herrliche Blick auf Katzenfurt und das Dilltal. Teile des Geländes waren im Laufe der Zeit mehrfach vererbt worden oder sonst wie in andere Hände übergegangen, aber Rudolf Kopp und Herbert Backhaus ließen nicht locker, bis sie die rechtmäßigen Eigentümer, fünf an der Zahl, ermittelt hatten und über den Kauf verhandelt werden konnte. (Ein Teilstück gehörte einer Landfahrerfamilie, zu deren Oberhaupt, eine über 80 Jahre alte Dame, Rudolf Kopp bis nach Essen fahren musste.) Großzügige Spenden, für die auch an dieser Stelle nochmals gedankt werden soll, ermöglichten den Kauf.

Jetzt hatten wir – inzwischen waren wir 32 Mitglieder- das Gelände, nun musste dort aufgeräumt, gerodet, gemäht und geschoben werden, denn Tennisplätze liegen ja bekanntlich in der Horizontalen. Von Anfang an leisteten die Clubmitglieder viele freiwillige Arbeitsstunden, in kurzer Zeit konnten daher zwei Plätze (heute Platz 1 und 2) und der große Parkplatz in eigener Regie errichtet werden. Am 03. Juli 1971 werden die Plätze eingeweiht. Das Eröffnungsspiel bestritten Dr. Bernd Windhoff und Marijan Ribaric vom TC 1912 Wetzlar – 6:2, 6:2. (Wer erinnert sich?)

Der Vereinsbeitrag betrug damals für das 1. Mitglied DM 60,-, für jedes weitere Mitglied, für passive und Jugendliche DM 30,- im Jahr. Allerdings waren 15 Arbeitsstunden für Männer und 5 für Frauen Pflicht.

Nach dem Bau der Autobahn nordostwärts von Katzenfurt wurde eine zerlegbare Baracke ausgemustert, die schon beim RAD Arbeitsdienstmännern als Unterkunft gedient hatte; dies konnten wir für einen verhältnismäßig niedrigen Betrag erwerben, am 30./31. Juli 1971 zu unserem Tennisgelände transportieren und dort in den folgenden Wochen wiederaufbauen – unser Clubheim! Geschickte Hände installierten dann zwei Umkleideräume, Duschen, WCs und einen Aufenthaltsraum. Eine größere Angelegenheit war auch die Strom- und Wasserversorgung. Wir bekamen Anfang 1971 erfreulicherweise die Erlaubnis, uns an der Chattenbergschule über Zähler anzuschließen. Die Leitungsführung wurde abgesteckt, viele Mitglieder kamen zum Sonder-Arbeitseinsatz, jedem wurden 4 oder 5 Meter zugeteilt, und dann haben wir einen Graben von der Schule bis zu unserem Gelände bis tief unter die Frostgrenze ausgehoben. (Ein Bagger wäre damals zu teuer gewesen.) Eine Kunststoffleitung und ein Kabel wurden verlegt, und der Graben sauber wieder zugemacht, denn das war strikte Auflage des Grundstückeigentümers.

Für die Teilnahme an der Medenrunde war dringend ein 3. Platz erforderlich, den wir dann 1975 in 1477 Arbeitsstunden errichtet haben. 1976 wurde von der Gemeinde Katzenfurt auch der Weg von der Straße nach Edingen zu unserem Gelände hergerichtet und geteert; wir hatten lange darum gebeten. Im gleichen Jahr konnte unser Gelände nordostwärts um 1500qm erweitert werden.

Die Bodenbretter und die Wände unseres Clubheims wurden aber allmählich morsch und brachen an verschiedenen Stellen, immer war an den Rohrleitungen irgendwo etwas undicht oder fror ein. Es war nicht mehr die Wolke. Außerdem wurde es langsam zu klein, denn bis 1980 war die Mitgliederzahl auf 152 gestiegen, davon 49 Jugendliche zwischen 9 und 18 Jahren. Wir hatten schon lange um Zuschüsse für den Bau eines richtigen Clubhauses bei den entsprechenden Gremien und Behörden beworben, aber da gab es eine Warteliste. Endlich, 1978, bot sich die Gelegenheit. Dazu mussten wir allerdings beim Sportamt des Lahn-Dill-Kreises in Gießen vorstellig werden. (Es war die Zeit der Stadt „Lahn“.) Dort hörten wir zu unserer Freude, dass nur noch ein Schützenverein in einem kleinen Ort an der Lahn in der Liste vor uns stand. Diese verzichtete aus internen Gründen auf Bauarbeiten, und so wurde unser Antrag bewilligt. Offiziell und als erstes bekamen wir einen schönen Betrag vom Hessischen Sozialminister, der auch für den Sport zuständig war. Das war die Voraussetzung für Zuschüsse vom Kreis, von der Gemeinde, von Sportverbänden usw. Ein bisschen Geld hatten wir selbst auch noch und erhielten dazu einen Bankkredit.

Und nun ging es los.

Die Böschung zum 1. Platz wurde abgegraben, denn was hinten der erste Stock war, das sollte vorne die überdachte Terrasse sein. Die Bodenplatte wurde gegossen und die Mauern hochgezogen. Praktisch alle Arbeiten, auch das Hochmauern der Ecken, machten die Mitglieder selbst, und für solche Arbeiten, für die unbedingt ein Fachmann benötigt wurde (Dachdeckung, Elektrik usw.) hatten wir auch Mitglieder im Verein. In das Dach wurde ein System integriert mit dem die Sonne das Duschwasser aufheizen konnte – wenn sie schien. Aber das geschieht ja öfter einmal. Alle Arbeiten wurden von einem sehr genau prüfenden Bauausschuss überwacht, der auch aus den eigenen Reihen kam.

Nach der offiziellen Bauabnahme konnte dann das Haus an der Feier zu unserem 10-Jährigen Jubiläum am 03. Oktober 1980 seiner Bestimmung übergeben werden. In diesem Clubheim ist nun alles vorhanden, was ein Tennisclub für die Ausübung seines Sports benötigt; selbst ein eigenes Telefon wurde am 01. April 1980 installiert. 1979/80 wurde übrigens auch der 4. Platz in Angriff genommen und fertiggestellt. Der Verein stellte von Beginn an, nachdem auf 2 Plätzen gespielt werden konnte, jedes Jahr mehrere Mannschaften, die an den Medenspielen teilnahmen. 1983 waren es sieben: I. Herren (Aufstieg in die Bezirksklasse A), II. Herren (Aufstieg in Kreisklasse B), III. Herren (Klassenerhalt Kreisklasse B), I. Damen (Aufstieg in Bezirksklasse B), II. Damen (Klassenerhalt Kreisklasse B), Junioren (1.Platz in Ihrer Gruppe), Juniorinnen (4.Platz in Ihrer Gruppe). Also ein sehr erfolgreiches Jahr. Auch dieses Jahr (1995) nehmen wieder sieben Mannschaften teil (Herren I., II., III., Senioren; Damen, Seniorinnen, Mädchen), die hoffentlich mit großem Erfolg die Spiele beenden werden, aber – dabei sein ist alle.

Bei Erwähnung aller Aktivitäten des Vereins darf ein Mann nicht vergessen werden: Unser langjähriger Vorsitzender und später Ehrenvorsitzender Herbert Backhaus. Mit seiner natürlichen Autorität und vor allem mit seiner Art, die Dinge direkt anzugehen, dazu mit seinem Humor und seiner Toleranz, wo sie erforderlich war, hat er gerade in den Anfangsjahren viel für den Verein bewirkt. Der „Boss“ wie er liebevoll genannt wurde, konnte seine Begeisterung für die Sache auf alle übertragen. Allerdings stand er auch bei allen Arbeiten auf unserem Tennisgelände immer an der Spitze und hatte seine Augen überall. Seine Vereins- „Tätigkeit“ war also durchaus wörtlich zu nehmen.

Die große Leidenschaft für den weißen Sport kannte nach den Erfolgen von Boris Becker und Steffi Graf keine Grenzen, ein wahrer Tennisboom war ausgebrochen. Mit Mitgliederzahlen von über 200, war der Verein mit seinen 4 Plätzen meist am Limit, so wurde oft nach der Stundenreglung gespielt. Nach insgesamt 6 Titeln bei Grand Slam Turnieren, beendete Boris Becker 1999 seine Kariere, Steffi Graf, die insgesamt 22 Grand Slam Turnier gewann und bis heute unerreichte 377 Wochen die Nummer eins im Damen Tennis war, beendete die ihre ebenfalls im gleichen Jahr.

In der Folgezeit ebbte die Begeisterung für den weißen Sport in Deutschland ab, Spuren die auch an unserem TCK nicht vorbeigingen. 2002 wurde zumindest sportlich gesehen ein Tiefpunkt erreicht. Nach dem im Vorfeld die komplette Mannschaft der Herren 40 I zum TC Ulmtal gewechselt war, stellte der TC Katzenfurt erstmals kein Team zur Medenrunde. Zwar konnte man in den darauffolgenden Jahren wieder mit zwei-drei Mannschaften am Wettbewerb teilnehmen, aber der Mitgliederschwund war nicht aufzuhalten.

2006 übernahm Klaus Kuhlmann den Vorsitz von Frank Duchscherer, die wenigen aktiven Mitglieder benötigten eigentlich auch nur noch maximal 3 Plätze, so dass Platz 4 nicht mehr hergerichtet wurde. Allen voran Joachim Studlek mit seinem unbändigen Glauben an bessere Zeiten hielt den Spielbetrieb aufrecht.

2009 kehrten einige ehemalige Vereinsmitglieder vom aktiven Fußballspielen zum Tennissport zurück und leiteten damit einen wahren Aufschwung ein. Ebenso leitete der amtierende Vorstand einige Veränderungen in die Wege um sich den Ansprüchen der schnelllebigen Zeit zu stellen. So wurden Werbepartner für Bannerwerbung auf dem Vereinsgelände akquiriert um die Jugendabteilung zu finanzieren, Mitglieder wurden über eMail-Verteiler schneller über das Vereinsgeschehen informiert und auch die Clubzeitung wurde wieder aufgelegt.

Zahlreiche Veranstaltungen fanden wieder statt und mit einer kleinen, aber feinen 40. Jahr Feier im Sommer 2010 erreichten diese ihren Höhepunkt. Angestiftet von der Aufbruchsstimmung, kehrten auch viele Ehemalige zum aktiven Tennissport zurück und so konnte man bereits 2010 wieder vier Mannschaften für die Medenrunde melden.

2010 wurde auf Initiative von Bernd und Uwe Seger erstmals ein Benefiz Tennis-Doppel-Turnier zu Gunsten des Vereins Menschen für Kinder ausgetragen. Bis heute engagieren sich unsere Mitglieder mit einer großen Leidenschaft für diesen Verein. 2020 wird das Turnier bereits zum 10. Mal ausgetragen, und dem Verein MfK konnte bis heute eine Spendensumme von € 35.000 übergeben werden.

2012 übernahm der heutige Vorsitzende Bernd Seger die Verantwortung für unseren TCK, mit der Begeisterung aller Mitglieder im Rücken wurde vor allem in die Instandhaltung investiert. Die Außenterrasse wurde um die neue Feuerstelle angelegt, eine neue Küche wurde installiert, das Clubhaus gefliest, die Sanitären Anlagen erneuert, der Carport wurde erneuert, sowie ein Gerätehaus gebaut. Das alles wurde in vielen ehrenamtlichen Stunden von den Vereinsmitgliedern geleistet.

Auch sportlich hat sich unser TCK weiterentwickelt. Seit 2003 stellt der TC Katzenfurt ununterbrochen mindestens 6 Mannschaften zu den Medenspielen. Durch den internen Wettbewerb stellten sich auch sportlich bemerkenswerte Erfolge ein, so spielten 2005 von acht gemeldeten Mannschaften zwei auf Landesebene.

Mit heute weit über 100 Mitgliedern, davon 25 Kindern zählt unser TCK zu den wenigen Tennis- vereinen, die einen Zuwachs verzeichnen können, und darüber hinaus eine der schönsten Tennisanlagen ihr Eigen nennen dürfen. Mit Stolz erfüllt uns, dass ausgerechnet in unserem Jubiläumsjahr erstmals wieder eine eigene Jugendmannschaft bei der Medenrunde an den Start geht.